Krankenversicherung / Beihilfe

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Öffnungsaktion der Privaten Krankenversicherung

Die meisten Beamten sind in der privaten Krankenversicherung (PKV) versichert. Dennoch gibt es eine kleine Gruppe von in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versicherten Beamten. Für diese sind die Aufnahmebedingungen in die PKV seit 01.01.2005 deutlich erleichtert worden.

Personenkreis:

  • Beamte auf Probe, Zeit oder Lebenszeit mit Anspruch auf Beihilfe
  • Richter mit Anspruch auf Beihilfe
  • Versorgungsempfänger mit Anspruch auf Beihilfe

die am 31.12.2004 bereits in einem dieser Dienstverhältnisse standen.

Erleichterte Zugangsbedingungen:

  • kein Antragsteller wird aus Risikogründen abgelehnt
  • Leistungsausschlüsse werden nicht vorgenommen
  • Zuschläge zum Ausgleich erschwerter Risiken werden – wenn sie überhaupt erforderlich sind – auf maximal 30 % des tariflichen Beitrags begrenzt

Zusätzlich:

  • für bei der Beihilfe berücksichtigungsfähige Familienangehörige der oben genannten Personen, die ebenfalls in der GKV versichert sind, gilt die Öffnung ebenfalls
  • in der privaten Pflegeversicherung gelten erleichterte Bedingungen. So ist der Beitrag begrenzt.

Beitrag von Johann Lang

Standardtarif in der PKV

Was ist der Standardtarif?
Der Standardtarif ist ein brancheneinheitlicher Tarif in der privaten Krankenversicherung (PKV) mit einem gesetzlich begrenzten Höchstbeitrag, dessen Versicherungsschutz vergleichbar ist mit demjenigen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).
Dieser Tarif erfüllt in der PKV vor allem eine soziale Schutzfunktion. Er richtet sich insbesondere an Versicherte, die aus finanziellen Gründen einen besonders preiswerten Tarif benötigen. Deshalb ist der Standardtarif auch nur für bestimmte Personengruppen geöffnet (Alter, Einkommensgrenzen). Außerdem darf der Standardtarif nicht mit Zusatzversicherungen verbunden werden (Ausnahme: Auslandsreisekrankenversicherung und Krankenhaustagegeldversicherung).

Was leistet der Standardtarif?
§ 257 Abs. 2 a SGB V legt fest, dass der Standardtarif Leistungen enthält, die mit denjenigen der GKV vergleichbar sind. Das bedeutet nicht, dass die Leistungen vollkommen identisch sein müssen, aber sie müssen weitgehend übereinstimmen. So hat zum Beispiel der Standardtarif im Unterschied zum Versicherungsschutz der GKV uneingeschränkt Europageltung.

Details zum downloaden: Der Standardtarif

Noch Fragen?
Bitte wenden Sie sich an Ihre zuständige PKV

Beitrag von Johann Lang

Überprüfung des Risikozuschlags in der PKV

Wer bei Abschluss einer privaten Krankenversicherung einen Risikozuschlag wegen einer früheren Erkrankung akzeptieren musste, sollte prüfen, ob nicht die Chance besteht, diesen Zuschlag zu reduzieren oder ganz entfallen zu lassen.
Rechtsgrundlage hierfür ist der § 41 a des Versicherungsvertragsgesetzes. Hier ist geregelt, dass die Prämie herabzusetzen ist, wenn ein bestimmter, gefahrerhöhender Umstand, der zu einer höheren Prämie führte, später weggefallen ist. Eine „angemessene“ Prämienreduzierung kann dann für die Zukunft verlangt werden.
Wenn etwa eine Vorerkrankung ausgeheilt ist, sollten Sie Ihren Versicherer (per Einschreiben) auffordern, den Zuschlag herauszunehmen. Hilfreich ist es, wenn Sie eine Bestätigung Ihres behandelnden Arztes beifügen.
Bleibt der Versicherer bei seiner Auffassung, dass der Risikozuschlag beibehalten werden sollte, hilft eventuell eine Beschwerde bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, www.bafin.de oder beim Ombudsmann der privaten Krankenversicherung, Tel.: 01802-550444, www.pkv-ombudsmann.de. Dabei kann auf ein bestätigendes Urteil des Landgerichts Coburg (32 S 131/00) hingewiesen werden.

Beitrag von Johann Lang

Zuzahlungsnachweis für chronisch Kranke

Patientinnen und Patienten, die in einer Dauerbehandlung sind und bei denen eine Verbesserung der Krankheitssituation nicht zu erwarten ist, müssen seit dem 1. Januar 2005 nicht mehr jährlich einen ärztlichen Nachweis über das Vorliegen einer schwerwiegenden chronischen Erkrankung vorlegen. Das gilt insbesondere für Pflegebedürftige der Stufe 2 und 3. Die Krankenkassen haben aber weiterhin die Möglichkeit, in Zweifelsfällen einen erneuten Nachweis zu verlangen. Damit wird die Chroniker-Regelung entbürokratisiert und pflegebedürftige Menschen und ihre Familien entlastet.
Dieser Nachweis ist wichtig, weil gesetzlich Versicherte, die schwerwiegend chronisch krank sind und wegen dieser Krankheit in Dauerbehandlung sind, bei der Ermittlung der Belastungsgrenze besonders behandelt werden. Sie müssen nämlich nur ein Prozent ihrer jährlichen Bruttoeinnahmen an Zuzahlungen leisten.
Die Belastungsgrenze für nicht chronisch kranke Menschen liegt bei zwei Prozent. Als schwerwiegend chronisch krank gilt, wer mindestens einen Arztbesuch pro Quartal wegen derselben Krankheit wenigstens ein Jahr lang nachweisen kann und zusätzlich eines der folgenden Kriterien erfüllt: Entweder Pflegebedürftigkeit der Pflegestufe 2 oder 3 oder aber ein Grad der Behinderung beziehungsweise eine Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 60 Prozent.
Außerdem ist Chroniker, wer eine kontinuierliche medizinische Versorgung benötigt, ohne die nach ärztlicher Einschätzung eine lebensbedrohliche Verschlimmerung der Erkrankung, eine Verminderung der Lebenserwartung oder eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität durch die von der Krankheit verursachte Gesundheitsstörung zu erwarten ist. Zu den chronischen Krankheiten, die eine Dauerbehandlung erfordern, gehören zum Beispiel Diabetes mellitus, Asthma, chronisch obstruktive Atemwegserkrankungen oder koronare Herzkrankheit.

 Beitrag von Johann Lang